His­to­rie

Bun­des­ar­beits­kreis

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Der Bund Deut­scher Ama­teur­thea­ter wen­det sich seit eini­gen Jah­ren ver­stärkt der Geschich­te des nicht­pro­fes­sio­nel­len Thea­ters zu. Dazu wurde nicht nur 2015 der Bun­des­ar­beits­kreis „Geschich­te, Kul­tur und Bil­dung“ beru­fen, son­dern auch große Anstren­gun­gen auf dem Gebiet der Archiv­ar­beit und der wei­te­ren Pro­fi­lie­rung der ver­bands­ei­ge­nen Biblio­thek unter­nom­men. Aus­druck die­ser ver­stärk­ten Anstren­gun­gen ist auch die 2017 ent­stan­de­ne Koope­ra­ti­on des Ver­ban­des mit dem Cent­re of Com­pe­tence for Thea­t­re der Uni­ver­si­tät Leip­zig und das gemein­sa­men For­schungs­pro­jekt „Frem­de spie­len. Ama­teur­thea­ter als Medi­um infor­mel­ler und non-formaler trans­kul­tu­rel­ler Bil­dung“.

Die Erläu­te­run­gen auf die­sen Sei­ten sind nicht wis­sen­schaft­lich und bie­ten ledig­lich ver­schie­de­ne Per­spek­ti­ven der Geschich­te.

Chro­ni­ken

Szene aus der Komö­die Stand­punkt von K. Mehl­hau­sen vom Arbei­ter­thea­ter Oelsnitz/Erzgeb., in den 1960er Jah­ren.
Gegen­wär­tig lässt sich nicht genau bestim­men, in wel­cher Zeit das Arbei­ter­thea­ter exis­tier­te. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass es zwi­schen Anfang 1950 bis Mitte der 1960er Jahre bestand.
Foto: Hoff­mann.


Auf­füh­rung des Stü­ckes Eine feste Burg ist unse­rer Gott von Arthur Mül­ler durch das Wehl­hei­der Hof­thea­ter aus Kas­sel etwa um 1933.
Der „Cas­se­ler Volks­büh­nen­spie­le 1911 e. V“. ist heute Mit­glied im Ver­band Hes­si­scher Ama­teur­thea­ter.
Foto: Thea­ter­grup­pe, Autor unbe­kannt.


Eine Thea­ter­grup­pe aus Mei­ßen um 1920, ver­mut­lich die Volksspiel-Gemeinschaft Dra­ma­ti­scher Ver­ein Mei­ßen.
Die­ser Ver­ein grün­de­te sich 1891, war Mit­glied im „Reichs­ver­band für Volks­kunst, Volks­bil­dung und Jugend­pfle­ge e. V.“ mit Sitz in Dres­den und exis­tier­te ver­mut­lich bis Mitte der 1930er Jahre.
Foto: unbe­kannt.


Bei­trag aus szene Zeit­schrift für das Lai­en­thea­ter und das Lai­en­ka­ba­rett. Hg. Zen­tral­haus für Kul­tur­ar­beit der DDR, 2 Jg., 1967, S. 8.
Die Zeit­schrift exis­tier­te unter unter­schied­li­chen Namen von 1956 bis 1989.


Mit der Insze­nie­rung Der graue Hut, einer Komö­die von Ardi Liives, nahm das Arbei­ter­thea­ter „Caro­li­ne Neu­ber“ der VEB Renak-Werke Rei­chen­bach (Vogtl.) 1978 an der Woche der Arbei­ter­thea­ter in Hild­burg­hau­sen im Rah­men der 17. Arbei­ter­fest­spie­le teil. Die Auf­nah­me zeigt
Das Arbei­ter­thea­ter bestand von 1960 bis 1990.
Foto: Hans Joa­chim Klatt.


Pro­gramm­zet­tel Staats­an­walt Alex­an­der der Volks­büh­ne Crot­ten­dorf von 1947.
Das Ama­teur­thea­ter grün­de­te sich 1909 als „Dra­ma­ti­scher Ver­ein zu Crot­ten­dorf“. Heute trägt es den Namen „Mund­art­thea­ter Crot­ten­dorf e. V.“ und ist das ältes­te Ama­teur­thea­ter Sach­sens.
Abb.: Thea­ter­grup­pe.


Die Fei­er­lich­kei­ten zum 100. Jah­res­tag der Privat-Theater-Gesellschaft „Ura­nia“ sowie die Grün­dung des „Ver­ban­des der Privat-Theater-Vereine Deutsch­lands“ fan­den am 27. August 1892 im Apol­losaal des König­li­chen Opern­hau­ses in Berlin statt. Abb.: Archiv des BDAT.


Szene aus dem Volks­schau­spiel Die Wal­len­ro­de von Ber­neck von Franz Ditt­mar. Auf­ge­führt vom dor­ti­gen Fest­spiel­ver­ein etwa um 1925/1926.
Die Frei­licht­büh­ne in Ober­fran­ken ent­stand 1906 und wurde, zwar unre­gel­mä­ßig, auch in den Jah­ren des Zwei­ten Welt­krie­ges sowie zwi­schen 1990 und 2010 bespielt.
Foto: unbe­kannt.


Titel­sei­te Pro­gramm­heft 2. Deut­sches Ama­teur­thea­ter­tref­fen. Gra­fi­sche Gestal­tung: Grafik-Design Hen­nig.

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Texte

Publi­ka­tio­nen

125 Jahre Geschich­te. Der Bund Deut­scher Ama­teur­thea­ter und seine Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tio­nen.
Hg. Bund Deut­scher Ama­teur­thea­ter e. V. und Bun­des­ar­beits­kreis „Geschich­te, Kul­tur und Bil­dung“, Berlin 2017, Eigen­ver­lag, ISBN 978-3-00-057511-2.

Die vor­lie­gen­de Publi­ka­ti­on bie­tet einen Über­blick zur Geschich­te des „Bun­des Deut­scher Ama­teur­thea­ter e. V.“ sowie zur Ent­wick­lung sei­ner Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tio­nen auf Landes- und Bun­des­ebe­ne. Damit wird erst­mals die Kom­ple­xi­tät der Ent­wick­lung die­ses Tei­les des nicht­pro­fes­sio­nel­len Thea­ters sicht­bar, die 1892 begann und deren Vor­läu­fer wei­te­re 100 Jahre zurück­rei­chen. Ver­deut­licht wer­den sowohl die regio­na­len Unter­schie­de als auch die Gemein­sam­kei­ten und Par­al­le­len des Pro­zes­ses.
Die vor­lie­gen­de Publi­ka­ti­on gibt neben dem geschicht­li­chen Teil auch einen Ein­blick in die gegen­wär­ti­ge Arbeit des größ­ten Dach­ver­ban­des des Ama­teur­thea­ters in Euro­pa. Der Band umfasst 103 Sei­ten und ist reich mit Abbil­dun­gen aus­ge­stat­tet.

 

Kul­tur­ge­schich­te der DDR. Band I bis III.
Hg. Gerd Diet­rich. Van­den­hoeck & Ruprecht Ver­lag, Göt­tin­gen 2018, 2.429 S., 120,00 €, ISBN 978-3-525-30192-0.

„Die Kul­tur­ge­schich­te der ost­deut­schen Gesell­schaft war von Wider­sprü­chen und Gegen­sät­zen geprägt. Vor den Hin­ter­grund der anti­fa­schis­ti­schen und sozia­lis­ti­schen Ideo­lo­gie ent­stand im Span­nungs­feld tra­di­tio­nel­ler Kon­zep­te und revo­lu­tio­nä­rer Akti­vis­men ein wei­tes kul­tu­rel­les Feld, das zugleich unter öst­li­chem und west­li­chem Ein­fluss stand. Nach dem Schei­tern einer sozia­lis­ti­schen Kul­tur­ge­sell­schaft ging es im „Kon­sum­so­zia­lis­mus“ von allem um die Befrie­di­gung der sozio­kul­tu­rel­len Bedürf­nis­se der Bür­ger.
Gerd Diet­rich stellt die Ent­wick­lung der Alltags- und Popu­lär­kul­tur eben­so wie die der poli­ti­schen und hohen Kul­tur dar. Er erör­tert die kul­tu­rel­le Sub­stanz der ost­deut­schen Gesell­schaft und zeich­net ein Bild des wider­stän­di­gen Poten­ti­als ihrer Kul­tur zwi­schen Tra­di­ti­on, Inno­va­ti­on und Repres­si­on.

 

Weih­nacht­li­ches Thea­ter. Zur Ent­ste­hung und Geschich­te einer bür­ger­li­chen Fest- und Thea­ter­kul­tur.
Schmidt, Laura. Tran­script Ver­lag, Bie­le­feld, 2017, Taschen­buch, S. 398, 39,99 €, ISBN 978-3-8376-3871-4.

Weih­nach­ten eta­bliert sich erst im aus­ge­hen­den 18. Jahr­hun­dert als Fami­li­en­fest. Im Rah­men eines radi­ka­len Para­dig­men­wech­sels wan­dert ein ursprüng­lich kirch­li­ches Fest in die Wohn­zim­mer. Das moder­ne Ver­ständ­nis der weih­nacht­li­chen Fest­pra­xis ist zugleich Aus­druck eines zur Leit­kul­tur gewor­de­nen Bür­ger­tums. Zeit­gleich ent­wi­ckelt sich auch das Thea­ter zu einem Leit­me­di­um bür­ger­li­cher Kul­tur.
Laura Schmidt zeich­net die Bezie­hungs­ge­schich­te von Fest und Thea­ter seit dem aus­ge­hen­den 18. Jahr­hun­dert nach. Ana­ly­siert wer­den Texte und damit ver­bun­de­ne Auf­füh­rungs­for­men weih­nacht­li­cher Thea­ter­stü­cke. Das Pan­ora­ma reicht von Kin­der­schau­spie­len über Lai­en­spie­le und Weih­nachts­mär­chen bis hin zu Initia­ti­ven der Arbei­ter­be­we­gung.

Pres­se­bei­trag von 1947
Laien spie­len „Die Rat­ten“
Die Abtei­lung „Neues Leben“ im Amt für Kunst Prenz­lau­er Berg [Berlin] brach­te am Sonn­tag­vor­mit­tag im Puhlmann-Theater Ger­hart Haupt­manns Tra­gi­ko­mö­die „Die Rat­ten“ zur Auf­füh­rung.
Die Auf­füh­rung war gut, stel­len­wei­se sogar sehr gut, daß echte Rüh­rung im Par­kett auf­kam, eine Wir­kung, die manch­mal nicht ein­mal von Berufs­schau­spie­lern erreicht wird und für Lai­en­spie­ler ein außer­or­dent­li­ches Lob bedeu­tet. Maß­geb­lich betei­ligt an dem vol­len Erfolg der Auf­füh­rung waren in ers­ter Linie Agnes Geri­cke, Bern­hard Zar­em­ba, Anne­ma­rie Bohl und Dr. A. Bur­ger. Die übri­gen Mit­spie­ler füg­ten sich gut in den Rah­men der Hand­lung.
Es ist erstaun­lich, immer wie­der fest­stel­len zu kön­nen, wie stark die musi­schen Kräf­te eines Vol­kes sind, das vor nicht allzu lan­ger Zeit noch durch alle Nie­de­run­gen des Lei­des und der Ent­beh­run­gen gegan­gen ist. Jedoch soll­ten Lai­en­spiel­grup­pen in ers­ter Linie aus Eige­nem schaf­fen, zeit­nah und volks­tüm­lich. Zeit­na­he Pro­ble­me, künst­le­risch ent­wi­ckelt, aus­zu­deu­ten, viel­leicht sogar aus Eige­nem zu schaf­fen, dürf­te eine loh­nen­de Auf­ga­be für die Lai­en­spiel­grup­pe sein. Haße
23.1.1947, Neues Deutsch­land, S. 4

 

Thea­ter ohne Frau­en.
Das Büh­nen­le­ben der kriegs­ge­fan­ge­nen Deut­schen 1914–1920.
Pörz­gen, Her­mann. Ost-Europa-Verlag, Königs­berg, Pr. und Berlin, 1933.
Her­mann Pörz­gen stellt sei­ner genau­en Schil­de­rung des Thea­ters deut­scher Kriegs­ge­fan­ge­nen eine Beschrei­bung des Lager­le­bens voran, wel­che nach sei­ner Auf­fas­sung das Thea­ter­spiel begüns­tig­te. Auch die geg­ne­ri­schen Kriegs­par­tei­en, ins­be­son­de­re Ruß­land, waren an einem funk­tio­nie­ren­den Lager­le­ben inter­es­siert und unter­stütz­ten so die Grün­dun­gen von Büh­nen.
Pörz­gen, der Thea­ter­wis­sen­schaf­ten stu­diert hatte und als Jour­na­list tätig war, setzt sich mit dem Wir­ken ein­zel­ner Büh­nen aus­ein­an­der, beschreibt Büh­nen­bil­der und Kos­tü­me sowie das leid­li­che Pro­blem der Frau­en­rol­len und geht sogar auf das Ver­hält­nis zur Thea­ter­kri­tik ein. Nicht unbe­han­delt bleibt auch das „Büh­nen­per­so­nal“. So manch spä­ter bekannt gewor­de­ne „Thea­ter­mann“ begann seine Lauf­bahn an Lager­thea­tern, wie bei­spiels­wei­se der Büh­nen­bild­ner des säch­si­schen Staats­thea­ters Adolf Wahn­ke.
In akri­bi­scher Klein­ar­beit hat der Autor im Anhang die Thea­ter der Gefan­gen­la­ger auf­ge­lis­tet, wel­che über 60 Sei­ten der Publi­ka­ti­on fül­len. Neben dem Reper­toire wird der Leser über die Büh­nen­ver­hält­nis­se, den künst­le­ri­schen Lei­ter und mit­un­ter über die Wir­kungs­dau­er der Bühne unter­rich­tet.

Bundesarbeitskreis
„Geschichte, Kultur und Bildung“
Sprecher Karl Uwe Baum
baum@kunsthaus-radebeul.de
0351/830 54 50

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