amarena

Kura­to­ri­um

Das amarena-Kuratorium setzt sich aus Exper­tin­nen und Exper­ten des Ama­teur­thea­ters, der frei­en Thea­ter­sze­ne und der Thea­ter­päd­ago­gik zusam­men. Das Kura­to­ri­um ent­schei­det u. a. über die För­de­rung von Pro­jek­ten im Rah­men der Inno­va­ti­ons­för­de­rung. Des Wei­te­ren wählt das Kura­to­ri­um aus den nach der Aus­schrei­bung ein­ge­hen­den Bewer­bun­gen für den Deut­schen Ama­teur­thea­ter­preis die Nomi­nier­ten aus.

Bei­trag aus Spiel&Bühne 2/2018 von Domi­nik Eich­horn:
download pdf // Deutscher Amateutheaterpreis & Innovationsförderung, Einblicke in die Arbeit des Kuratoriums und der Jury

Foto Ulri­ke Strau­be

Frank GrünertKuratoriumsvorsitzender amarena / Vizepräsident BDAT / Vorsitzender Thüringer Theaterverband / Regisseur
Anna HertzDozentin der LAG Theaterpädagogik Baden-Württemberg e.V. / Diplom Schauspielerin
Angela KirchfeldFreiberufliche Journalistin / Regisseurin
Manuela MorlokKulturwissenschaftlerin und Theaterpädagogin am Volkstheater Rostock, Vorstandsmitglied im Landesverband Spiel & Theater Mecklenburg-Vorpommern
David ‚Ari‘ NadkarniTheaterpädagoge / Sprecherzieher
Florian SchmidtAutor, Regisseur, Produzent, Mitglied im Verband Bayerischer Amateurtheater
Dr. phil. Birte WernerProgrammleiterin Darstellende Künste an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel, Dramaturgin
Isa Kathrin EdelhoffBKM, Referat für Musik, Darstellende Künste, Sonderbereiche (nicht stimmberechtigt)
Dominik EichhornBDAT-Bildungsreferent / Medienwissenschaftler / Theater- und Kulturvermittler / Regisseur (nicht stimmberechtigt)

Das Kura­to­ri­um 2019 stellt sich vor:

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Frank Grünert

Seit ich den­ken kann, hat mich das Thea­ter ange­zo­gen, fas­zi­niert und beglei­tet. Es ist der wich­tigs­te Teil mei­nes Lebens. Schon als Kind habe ich im Gar­ten mei­nes Opas, in der Kirch­ge­mein­de und in der Schu­le Thea­ter gespielt. Im Stadt­thea­ter trat ich als Klein­dar­stel­ler auf und lei­te­te den Jugend­klub.
Mit 15 Jah­ren stand ich das erste Mal auf der gro­ßen Bühne des Ama­teur­thea­ters in Rudol­stadt, des­sen Lei­tung mir 1982 anver­traut wurde und aus dem 1991 der über­re­gio­nal erfolg­rei­che theater-spiel-laden her­vor ging. Dort insze­nier­te ich zahl­rei­che Stü­cke, die auch zu Fes­ti­vals ein­ge­la­den und zum Teil mit Prei­sen aus­ge­zeich­net wur­den. Ich gewin­ne, moti­vie­re, för­der­te und präge immer wie­der junge Ensem­ble­mit­glie­der. Unter Regie pro­fi­lier­ter Regisseur*innen habe ich selbst leh­rei­che Erfah­run­gen gesam­melt und die ver­schie­dens­ten Rol­len gespielt.
Ich enga­gie­re mich ehren­amt­lich als Vor­sit­zen­der des Thü­rin­ger Thea­ter­ver­ban­des und als Vize­prä­si­den­ten des Bun­des Deut­scher Ama­teur­thea­ter. Im Rah­men die­ser Wahl­funk­tio­nen leite ich seit 25 Jah­ren bun­des­wei­te und inter­na­tio­na­le Fes­ti­vals, deren Kon­zep­te ich mit­ent­wi­ckelt habe. Das Pro­jekt amarena beglei­te ich als Kura­to­ri­ums­vor­sit­zen­der, Mit­glied der Preis­ju­ry und Künst­le­ri­scher Lei­ter des Preis­trä­ger­fes­ti­vals. Haupt­be­ruf­lich arbei­te ich als Ver­an­stal­tungs­re­fe­rent mei­ner Heimat- und Schil­ler­stadt Rudol­stadt, in der auch von mir gelei­te­te Fes­ti­vals aus der Taufe geho­ben und im Thü­rin­ger Lan­des­thea­ter prä­sen­tiert wur­den: die Euro­päi­schen Ama­teur­thea­ter­ta­ge (1995), das Deut­sche Kinder-Theater-Fest (2004) und das inter­na­tio­na­le Fes­ti­val Thea­ter­wel­ten (2015). In die­sem Jahr ver­an­stal­ten wir die bie­na­len Thea­ter­wel­ten zum drit­ten Mal in Rudol­stadt.

Was ist gutes Ama­teur­thea­ter für dich?

„Gutes Ama­teur­thea­ter machen ist für mich Ver­ant­wor­tung, Her­aus­for­de­rung, Neu­gier, Suche, Ent­de­ckung, Hin­ga­be, Ver­aus­ga­bung, Erfül­lung, eine Lebens-Schule: eine ganz beson­de­re künst­le­ri­sche Form, mit­ein­an­der zu kom­mu­ni­zie­ren und zu koope­rie­ren.
Ent­schei­dend für gelun­ge­ne Insze­nie­run­gen sind Regisseur*innen, die mit ihrer Hand­schrift, ihrem Gespür im Umgang mit Inhalt und Form, die jewei­li­ge Grup­pe hin­ter einen Gedan­ken und zu einer Geschlos­sen­heit brin­gen, ohne das Indi­vi­du­el­le ihrer Darsteller*innen aus dem Blick zu ver­lie­ren.
Eine Auf­füh­rung bein­druckt mich, wenn die Dar­stel­len­den ihre Rol­len dif­fe­ren­ziert und authen­tisch gestal­ten und als spiel­freu­di­ges Ensem­ble über­zeu­gen.“

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Anna Hertz

Ich bin als Regis­seu­rin, Schau­spie­le­rin und Thea­ter­päd­ago­gin im Boden­see­raum tätig. Ich wurde 1977 in Berlin gebo­ren und sam­mel­te 1997 als Regie­as­sis­ten­tin, Büh­nen­bild­ne­rin und Inspi­zi­en­tin am „S.L.O. Litt­le Thea­ter“ in Kali­for­ni­en erste Thea­ter­er­fah­run­gen. 2002 schloss ich mein vier­jäh­ri­ges Stu­di­um an der Hoch­schu­le für Musik und Thea­ter Han­no­ver als Diplom Schau­spie­le­rin ab. Nach ver­schie­de­nen Enga­ge­ments am Staats­thea­ter Han­no­ver, Thea­ter Mag­de­burg und Thea­ter Kon­stanz kon­zen­trier­te ich mich auf die Arbeit als Regis­seu­rin und Thea­ter­päd­ago­gin. In der Arbeit mit Men­schen aller Alters­grup­pen und in ver­schie­de­nen Bil­dungs­ein­rich­tun­gen ent­warf und rea­li­sier­te ich in den letz­ten 10 Jah­ren unter­schied­lichs­te Pro­jek­te. Von 2013-19 war ich zunächst als Dozen­tin, dann Kurs­lei­te­rin für das Thea­ter­Päd­ago­gik­Zen­trum BW, lei­te­te von 2017-18 das Uni­ver­si­täts­thea­ter Kon­stanz und arbei­te seit Sep­tem­ber 2018 als Thea­ter­päd­ago­gin an der Hoch­schu­le Kon­stanz.

Was ist gutes Ama­teur­thea­ter für dich?

„Eigent­lich will ich Ama­teur­thea­ter hier nicht von pro­fes­sio­nel­lem Thea­ter unter­schei­den, denn für mich ist Thea­ter dann inter­es­sant, wenn sich Herz­blut mit dem unbe­ding­ten Drang etwas gemein­sam zu erzäh­len und der Kunst mischt.“

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Ange­la Kirch­feld

Seit mei­ner Kind­heit spie­le ich Thea­ter. Eine Tätig­keit, die ich heute immer noch mit Lei­den­schaft als Quer­ein­stei­ger betrei­be. Im Som­mer 1985 trat ich der Thea­ter­grup­pe Bom­litz bei, die ich im glei­chen Jahr, ab Sep­tem­ber, lei­te­te. Ich besuch­te viele Semi­na­re des Lan­des­ver­ban­des Nie­der­sach­sen und lern­te unter der Regie von Georg Meyer (Thea­ter Han­no­ver). Im Schloss­thea­ter Celle absol­vier­te ich ein Prak­ti­kum in der Dra­ma­tur­gie bei Mar­cel Mül­ler. Dann durf­te ich bei der Pro­duk­ti­on „Der Ball­saal“ im Thea­ter Metro­nom in Hütt­hof mit­wir­ken. Unter der Regie von Andre­as Goehrt und des pro­fes­sio­nel­len Thea­ter­trai­nings von Karin Schro­eder lern­te ich hier die freie Thea­ter­werk­statt ken­nen und lie­ben und nahm auch an Work­shops der Shake­speare Cam­pa­ny Bre­men teil. Die größ­te Her­aus­for­de­rung: Die Regie­ar­beit des Musi­cals „Um jeden Preis“, bei „Music & Akti­on“ in Roten­burg unter Mit­wir­kung von rund 60 Dar­stel­lern, Tän­zern und Sän­gern. Gro­ßes Lob vom Lei­ter der Musi­cal Com­pa­ny Bre­men Tho­mas Bla­eschke. Durch meine Tätig­keit als frei­be­ruf­li­che Jour­na­lis­tin, komme ich immer wie­der mit den unter­schied­lichs­ten Men­schen in Berüh­rung und lerne durch sie immer etwas dazu, was wie­der­um der Thea­ter­ar­beit zugu­te kommt.

Was ist gutes Ama­teur­thea­ter für dich?

„Ein tol­les gutes Ama­teur­thea­ter für mich ist, wenn die Schau­spie­ler mit Herz­blut und Enthu­si­as­mus bei der Sache sind und man ihnen die Spiel­freu­de, selbst nach der zigs­ten Auf­füh­rung ansieht. Etwas, das ich beim Staats­thea­ter oft ver­mis­se! Ama­teu­re wol­len unter­hal­ten und geben „rich­tig Gas“, wenn der berühm­te Funke über­springt!“

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Manue­la Mor­lok

Wie viele ande­re spiel­te ich bereits in der Schul-AG lei­den­schaft­lich gerne Thea­ter, dann spä­ter in einer klei­nen stu­den­ti­schen Thea­ter­grup­pe an der Uni Tübin­gen, die zeit­ge­nös­si­sche Stü­cke auf die Bühne brach­te. Doch Schau­spie­lern als Hobby reich­te mir irgend­wann nicht mehr aus und ich schnup­per­te in ver­schie­de­ne Thea­ter­be­ru­fe – schnell war ich „vom Thea­ter­vi­rus infi­ziert“. Mein Weg führ­te mich von der Regie­as­sis­tenz am Kinder- und Jugend­thea­ter des Tübin­ger Lan­des­thea­ters über ver­schie­de­ne Sta­tio­nen, ver­schie­de­ne Abtei­lun­gen. Die für mich bedeu­tends­ten waren Assis­ten­zen am Staats­thea­ter Stutt­gart, die Arbeit an der Oper Han­no­ver und die Mit­ar­beit bei inter­na­tio­na­len Fes­ti­vals wie z.B. der Tanz­platt­form. Dort erhielt ich Ein­bli­cke in viele ver­schie­de­ne Berei­che des Thea­ters von der Künst­ler­be­treu­ung bis hin zur Ton­ab­tei­lung, doch die Kul­tur­ver­mitt­lung hat es mir letzt­end­lich ange­tan. Nach mei­nem Stu­di­um der Kul­tur­päd­ago­gik in Hil­des­heim zog es mich an die Ost­see, wo ich seit über zehn Jah­ren lebe und arbei­te. Bis 2016 lei­te­te ich ver­schie­de­ne Kurse und Pro­jek­te für Kin­der und Jugend­li­che in der Regi­on Vorpommern-Rügen und am Thea­ter­päd­ago­gi­schen Zen­trum in Stral­sund und insze­nier­te dort regel­mä­ßig mit Ama­teu­ren Stü­cke für ein jun­ges Publi­kum. Seit der Geburt unse­res Soh­nes vor drei Jah­ren lebe ich in Ros­tock und arbei­te in Teil­zeit am Volks­thea­ter Ros­tock als Thea­ter­päd­ago­gin sowie frei­be­ruf­lich mit Kin­dern und Jugend­li­chen an Ros­to­cker Schu­len und Frei­zeit­ein­rich­tun­gen.

Was ist gutes Ama­teur­thea­ter für dich?

„Gutes (Amateur-)Theater zeich­net sich für mich vor allem dadurch aus, dass es nicht nur den Kopf, son­dern auch meine Emo­tio­nen anspricht und dass die Men­schen auf, neben und hin­ter der Bühne gemein­sam mit Lei­den­schaft, Per­sön­lich­keit und Enga­ge­ment agie­ren.“

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David „Ari“ Nad­kar­ni

Mein Name ist Ari Nad­kar­ni, ich bin Thea­ter­päd­ago­ge und Sprech­erzie­her und aktu­ell im Abschluss­jahr des Mas­ter­stu­di­en­gangs Thea­ter­päd­ago­gik an der Hoch­schu­le für Musik und Thea­ter Ros­tock. Ich arbei­te seit sechs Jah­ren selbst­stän­dig mit den künst­le­ri­schen Arbeits­schwer­punk­ten Körpertheater und Körper-Stimm-Training, über­wie­gend mit nicht-professionellen Spieler*innen, so z.B. mit mei­ner Jugend­thea­ter­grup­pe Drachentheater in Müns­ter. Päd­ago­gisch inter­es­siert mich beson­ders die Arbeit mit Rand­grup­pen, z.B. Inhaf­tier­ten oder Geflüch­te­ten. Aktu­ell bin ich im drit­ten Jahr als Ver­tre­ter der BAG Spiel und Thea­ter e.V. Teil des Amarena Kura­to­ri­ums und freue mich sehr über die viel­fäl­ti­gen Ein­bli­cke in die Arbeit ande­rer Theaterpädagog*innen, die mir das Kura­to­ri­um eröff­net.

Was ist gutes Ama­teur­thea­ter für dich?

„…ein Thea­ter, das mich leben­dig macht, Men­schen zusam­men­bringt, mich in Stau­nen ver­setzt, Unge­rech­tig­kei­ten auf­deckt und mir dabei hilft, mich selbst, ande­re und diese Welt bes­ser zu ver­ste­hen.“

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Flo­ri­an Schmidt

Ich lebe und arbei­te im schö­nen Alt­mühl­tal in Bay­ern. Ich schrei­be, pro­du­zie­re und insze­nie­re Stü­cke nach Auf­trag für Ver­ei­ne, Gemein­den und Klein­städ­te. Vom klas­si­schen Komö­di­en­d­rei­ak­ter bis zum gro­ßen his­to­ri­schen Fest­spiel mit über 100 Mit­wir­ken­den ist alles dabei. Außer­dem betreue ich an Schu­len Thea­ter­pro­jek­te und biete auf Anfra­ge diver­se Work­shops in den Berei­chen Schau­spiel, Rhe­to­rik, Dra­ma­tur­gie und Regie an. Mit gro­ßer Lei­den­schaft arbei­te ich im Ama­teur­thea­ter, weil hier alles ein Wol­len und nie ein Müs­sen ist.

 Was ist gutes Ama­teur­thea­ter für dich?

„Für mich ist gutes Thea­ter ganz unab­hän­gig vom Genre, der Hand­lung und den äuße­ren Umstän­den immer ein Aus­druck höchs­ter Spiel­freu­de, größ­ter Lei­den­schaft und Emo­tio­na­li­sie­rung. Wenn man die Sai­ten der Seele zum Klin­gen bringt, ist die Insze­nie­rung nahe­zu per­fekt.“

Birte Werner, BA Wolfenbüttel, 10.06.2014

Birte Wer­ner

Birte Wer­ner, Dr. phil., ist Dra­ma­tur­gin, zer­ti­fi­zier­ter Coach (IHK) und seit 2012 Pro­gramm­lei­te­rin Dar­stel­len­de Küns­te der Bun­des­aka­de­mie für Kul­tu­rel­le Bil­dung Wol­fen­büt­tel, einer Wei­ter­bil­dungs­ein­rich­tung für Kunst, Kul­tur und ihre Vermittler*innen. Für die Aka­de­mie kon­zi­piert sie Work­shops, Fach­fo­ren und Tagun­gen die in den Berei­chen Thea­ter, Tanz und Film. Eige­ne Lehr­tä­tig­keit an Hoch­schu­len, Mit­glied in Kura­to­ri­en und Fes­ti­val­ju­rys. Gemein­sam mit Yves Regen­ass (machi­na eX) hat sie die Qua­li­fi­zie­rungs­rei­he »Gameplay@stage« ent­wi­ckelt, die u.a. der Frage nach­geht, was für Thea­ter­for­men, Erzähl­wei­sen und par­ti­zi­pa­ti­ven Poten­tia­le an der Schnitt­stel­le zwi­schen Thea­ter und (Computer)Spielen neu ent­ste­hen und wie sie sich für das Thea­ter nut­zen las­sen.

Was ist gutes Ama­teur­thea­ter für dich?

„Tol­les Ama­teur­thea­ter ist für mich ein Pro­jekt, das aus dem Inter­es­se und den The­men aller Betei­lig­ten erwächst, an einem beson­de­ren Ort zuhau­se ist und die Welt im Her­zen trägt.“

Info & Kontakt:

Bund Deutscher Amateurtheater e.V.
Ulrike Straube
amarena – Deutscher Amateurtheaterpreis
Innovationsförderung
Seniorentheater
Lützowplatz 9 // 10785 Berlin

Fon 030 263 98 59 - 17
Fax 030 263 98 59 - 19

straube@bdat.info
www.bdat.info

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