Der BDAT und der Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg (LABW) haben aus Fördermitteln des Projekts „Start2Act“ der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) ein dachverbandliches Schutzkonzept entwickelt. Das Konzept, in dessen Arbeitsgruppe unter der Leitung von Josephine Hartmann (Sozialpädagogin und Mitglied des Bundesarbeitskreises Kinder- und Jugendtheater) und Thomas Beier (Sozialpädagoge, Theatre libre e. V.) Amateurtheaterschaffende aus dem ganzen Bundesgebiet mitgearbeitet haben, soll Amateurtheatervereine dabei unterstützen, ihr eigenes Schutzkonzept zu entwickeln.
Amateurtheater ist Kreativität.
Amateurtheater ist Vertrauen.
Amateurtheater ist Begegnung.
Doch wie in allen Bereichen unserer Gesellschaft gibt es auch hier Situationen, die uns verunsichern oder die wir nicht immer sofort einordnen können. Grenzverletzungen und Gewalt sind Realität – auch im Amateurtheater. Darum ist es wichtig, hinzuschauen. Nicht aus Misstrauen, sondern um Sicherheit zu schaffen. Damit sich alle wohlfühlen können, braucht es mehr als gute Absichten:
Klare Absprachen.
Eine gemeinsame Haltung.
Schutz für alle Beteiligten.
Ein Schutzkonzept hilft dabei. Lasst uns diesen Weg gemeinsam gehen.
Warum ein Schutzkonzept wichtig ist?
Ein Schutzkonzept hilft, die Bedürfnisse aller Beteiligten bewusst in den Blick zu nehmen.
Es schafft Orientierung und unterstützt dabei, einen sicheren Ort für Begegnung zu gestalten. Amateurtheater lebt von Nähe. Und genau diese Nähe braucht Schutz. Ein Schutzkonzept …
… stärkt das Miteinander.
… macht Grenzen sichtbar.
… gibt Sicherheit im Umgang mit schwierigen Situationen.
Es ist kein Extra. Es ist die Basis für ein respektvolles Miteinander.
Wie können wir anfangen?
„Wo sollen wir anfangen?“
„Uns betrifft das doch gar nicht.“
„Dafür haben wir keine Zeit.“
Josephine Hartmann, die den Prozess des Schutzkonzeptes gemeinsam mit Thomas Beier geleitet hat, lädt dazu ein, an das Thema ganz einfach ranzugehen:
“Wenn ich an Amateurtheater denke, denke ich an Gemeinschaft, Kreativität und Geselligkeit. Menschen mit verschiedensten Berufen, Hintergründen und Lebensgeschichten auf und hinter einer Bühne, die sich zusammentun und Kunst erschaffen. Und diese Gemeinschaft ist schützenswert und dieser Schutz sollte sich doch einfach und natürlich anfühlen.
Stellt euch bezogen auf euren Verein diese 3 Fragen:
Darf ich meine Meinung sagen?
Darf ich mitbestimmen?
Darf ich nein sagen?
Und wenn ihr diese Dinge beantworten könnt, sind wir schon mittendrin im Schutzkonzept. Kunst funktioniert nur im geschützten Rahmen. Auf der Bühne, hinter der Bühne, bei der Probe und beim Vereinsfest. Nirgendwo können wir kreativ und glücklich mitarbeiten, wenn wir uns nicht gesehen, wertgeschätzt und geschützt fühlen. Schutz ist kein Bremsklotz, sondern die Basis für ein Miteinander: Erst dort, wo wir uns sicher fühlen, entsteht wirklich Kunst.”
Nicht perfekt starten. Einfach anfangen.
Ein Schutzkonzept entsteht im Prozess. Und der beginnt genau jetzt.
Die Arbeitshilfe: Schutzkonzept herunterladen!
Der BDAT hat gemeinsam mit dem Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg (LABW) über das Projekt Start2Act der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) ein dachverbandliches Schutzkonzept entwickelt. Gemeinsam mit engagierten Menschen aus Theatervereinen und -verbänden wurde in etlichen Zoom-Sitzungen und Präsenz-Veranstaltungen diskutiert, gelacht, nachgefragt, festgelegt, hinterfragt und sich eingemischt. Das Ergebnis ist eine praxisnahe Arbeitshilfe, die ihr euch hier herunterladen könnt.
Dieses Schutzkonzept unterstützt euch dabei:
Vertrauensvolle Ansprechpersonen auszuwählen.
Wirksame Präventionsmaßnahmen zu entwickeln und anzuwenden.
Sicherheit im Handeln zu bekommen.
Und wichtig:
Viele Dinge gibt es in eurem Verein schon. Sie müssen nur sichtbar gemacht werden.
Ihr seid nicht allein!
Ein Schutzkonzept ist ein Prozess. Es ist nie „fertig“.
Und das ist gut so. Nur so kann ein Schutzkonzept lebendig sein und wirklich gelebt werden. Es wird immer wieder überprüft, angepasst. Es wächst mit euch. Fragt euch immer wieder:
Fühlen sich alle wohl?
Können Dinge angesprochen werden?
Passt unser Konzept noch zu uns?
Ein Schutzkonzept ist ein Prozess. Und der beginnt genau jetzt.
Was braucht ihr noch? Was hilft euch wirklich weiter?
Schreibt uns gerne: schutzkonzept@bdat.info.
Wir entwickeln das Angebot gemeinsam mit euch weiter.