Für die Freiheit der Kunst und eine offene Gesellschaft

BDAT zeichnet Bauhaus-Manifest mit

Am heutigen 1. September hat der Bund Deutscher Amateurtheater auf Beschluss seines Bundespräsidiums das Bauhaus-Manifest mitgezeichnet.

Vor dem Hintergrund von Angriffen politischer Akteure auf das Bauhaus als Kulturinstitution treten wir klar ein für dessen Erhalt, Autonomie sowie die Bauhaus-Ideen, die vielfältig bis heute wirken – auch im Amateurtheater: die Freiheit der Kunst und Autonomie künstlerischer Leistung, Kultur als kritisches Korrektiv, künstlerisches Schaffen mit gesellschaftlicher Relevanz und die Bedeutung einer offenen Gesellschaft.

Besonders wichtig ist für uns Punkt 4 der sechs im Manifest formulierten Grundsätze: „Kulturinstitutionen sind ein kritisches Korrektiv. Kulturelle Institutionen tragen zum öffentlichen Diskurs bei und können ein wichtiges kritisches Korrektiv sein. Die Autonomie künstlerischer Leistungen und Institutionen gehört zu den Grundbedingungen einer lebendigen Demokratie. Stärken wir daher Theater, Museen, Bibliotheken, Konzerthäuser und andere Kulturorte als Räume des Perspektivwechsels, des Widerspruchs und des demokratischen Dialogs.“

Wir laden unsere Mitglieder, Partner*innen und alle Interessierten zur Unterzeichnung ein! 

Nie wieder!

„Das Bauhaus steht für eine geistige, soziale wie ästhetische Offenheit und kontinuierliche Erneuerung. Es steht für Austausch, transnationale Vernetzung und wechselseitige Inspiration. Diese Offenheit ist eine große Stärke deutscher Kultur und bereichert Deutschland. Kulturfeindlichen Nationalismus lehnen wir ab.“ (Punkt 6 des Bauhaus-Manifests)

Der 1. September steht in der deutschen Geschichte für den brutalen Überfall Deutschlands im Nationalsozialistischen Regime auf Polen 1939, was Auslöser für den 2. Weltkrieg wurde. Die Erinnerung an das nationalsozialistische Unrechtsregime, seine zahlreichen Verbrechen, einschließlich des Holocaust, bleibt unsere Verantwortung.

Nie wieder sollen menschenverachtende, demokratiezerstörende Ideologien und ihre Vertreter*innen in Deutschland in Regierungsverantwortung gelangen.

Es liegt an uns allen, dies zu verhindern.

Lasst uns demokratisch wählen!

„Das Beispiel des Bauhauses und seiner Anfeindungen durch das Nazi-Regime mahnt uns, dass Erinnerungskultur keine nostalgische Rückschau ist, sondern eine Voraussetzung demokratischer Selbstverständigung. Stellen wir uns unserer Geschichte, um Orientierung für die Gegenwart zu schaffen und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.“ (Punkt 3 des Bauhaus-Manifests)

Im September 2026 stehen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern an. Wir haben in Deutschland das Privileg, frei wählen zu können in einer Demokratie. Lasst uns diese Demokratie erhalten. Zeigen wir, dass wir gemeinsam ein Land sein wollen, in dem Menschen unabhängig von ihrer Behinderung, ihrer Migrationserfahrung, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Identität, indem Schwarze Menschen und People of Colour ohne Angst leben können und die Menschenrechte aller Menschen geachtet werden.