Die 50. Multiplikator*innenschulung für Kinder- und Jugendtheater (Muplischu) des BDAT findet in Zusammenarbeit mit dem Bundesarbeitskreis Kinder- und Jugendtheater vom 14. bis 17. Mai 2026 in Wetzlar (Hessen) statt.
Das Thema:
#in Szene setzen - jetzt und alle zusammen!
KURS 1: Generationentheater – Theaterpädagogische Methoden für alle Altersgruppen
Was braucht welche Altersgruppe im Spiel? Und wie können Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam lebendige, kraftvolle Theaterszenen entwickeln? Dieser Kurs bietet eine praxisorientierte Einführung in generationenübergreifendes Theater und zeigt, wie theaterpädagogische Methoden so eingesetzt werden können, dass sie in unterschiedlichen Alterskonstellationen produktiv funktionieren.
Ausgehend von grundlegenden Prinzipien der Theaterpädagogik – Wahrnehmung, Präsenz, Kooperation, Improvisation und Statusarbeit – werden Übungen vorgestellt und erprobt, die Menschen jeden Alters zum gemeinsamen Spiel einladen. Die Teilnehmenden erfahren, wie Übungen variiert werden können, damit sie sowohl mit jungen Spielenden als auch mit Erwachsenen oder älteren Personen wirksam werden. Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel heterogener Gruppen: unterschiedliche Erfahrungsstände, Tempi und Ausdrucksmöglichkeiten werden nicht als Hindernis, sondern als Ressource genutzt.
Gemeinsam erarbeiten wir praktische Zugänge, mit denen Gruppen verschiedener Generationen zusammengeführt werden können: Tandem-Arbeit, Spiegelübungen, Mini-Szenen, körperorientierte Improvisationen und biografisch inspirierte Formate ohne Überforderung. Der Kurs vermittelt konkrete Werkzeuge für Probenarbeit, Workshops und offene Theaterformate – unmittelbar übertragbar und vielfach erprobt.
Rob Doornbos ist niederländischer Theaterregisseur und Theaterpädagoge und seit vielen Jahren in der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung tätig. Er arbeitet an Theatern, Schulen und freien Bühnen und leitet zahlreiche Workshops mit Schwerpunkt auf nonverbalem Spiel, Statuslehre, Ensemblearbeit und Kommunikation. Als Geschäftsführer der Theaterland gemeinnützige GmbH verantwortet er jährlich über 50 theaterpädagogische Projekte an Schulen in Baden-Württemberg und entwickelt Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte sowie für Multiplikator*innen im Amateurtheater.
Seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Jugendtheaterpreis der Stadt Karlsruhe, dem 15. Jungen Ohren Preis und dem Staatspreis für Amateurtheater Baden-Württemberg. Seine theaterpädagogische Praxis verbindet klare Struktur, körperorientiertes Arbeiten und einen explorativen Ansatz, der Menschen jedes Alters zum Spiel einlädt.
KURS 2: Licht- und Tontechnik im Kinder- und Jugendtheater
Licht und Ton sind die unsichtbaren Helfer, die eine Theateraufführung zum Leben erwecken – sie schaffen Atmosphäre, lenken Aufmerksamkeit und unterstützen die jungen Darsteller*innen dabei, ihre Geschichte zu erzählen.
In diesem praxisorientierten Workshop lernt ihr die Grundlagen der Licht- und Tontechnik kennen, die ihr für eure Produktionen im Amateurtheater braucht. Wir beschäftigen uns mit den wichtigsten technischen Basics, sprechen über typische Herausforderungen bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und sammeln konkrete Ideen, wie ihr mit einfachen Mitteln große Wirkung erzielen könnt.
Der Workshop richtet sich an alle, die im Amateurtheater mit jungen Menschen arbeiten – egal, ob ihr gerade erst anfangt oder eure technischen Kenntnisse auffrischen möchtet. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, nur die Neugier, die technische Seite des Theaters besser zu verstehen.
Wir freuen uns auf einen lebendigen Austausch und darauf, gemeinsam zu entdecken, wie Technik eure Inszenierungen bereichern kann!
Armin Engelhard wurde 1961 geboren und kommt aus Bad Arolsen in Waldeck/Nordhessen.
Er arbeitet seit 1978 als Tontechniker und hat seit 1989 ein eigenes Geschäft für Ton- und Lichttechnik, ab 2000 entwickelte sich das Geschäft immer mehr zu einem Musikgeschäft mit über 2000 Gitarren.
Das Geschäft ist seit Ende 2025 geschlossen. Seitdem widmet sich Armin Engelhard wieder vermehrt der Veranstaltungstechnik. Er hat Tontechnik-Basiskurse für den hessischen Landesverband der Musikschulen sowie an allgemeinbildenden Schulen gegeben.
KURS 3: Kompetenznachweis Kultur (KNK)
Kulturelle Kompetenzen sichtbar machen! Wir stärken Jugendliche in ihrer Persönlichkeit und dokumentieren ihre Stärken in einem gemeinschaftlichen Nachweisverfahren. Am Ende steht ein Zertifikat für die Jugendlichen in euren Theaterprojekten – das stärkt das Selbstwertgefühl, macht Kompetenzen sichtbar und trägt wesentlich zur Anerkennung eurer Theaterarbeit vor Ort bei.
Kompetenznachweis-Kultur-Berater*in werden: Der Kompetenznachweis Kultur dokumentiert die in der Theaterarbeit erworbenen kulturellen Kompetenzen für Jugendliche ab 12 Jahre und ist eine bundesweit anerkannte Bescheinigung der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ). In diesem Seminar werden engagierte Theatermacher*innen im Amateurtheater befähigt, den Kompetenznachweis an Jugendliche im Rahmen ihrer praktischen Theaterprojekte zu vergeben. Die Teilnahme an beiden Seminarteilen ist verbindlich. Teil 2 der Fortbildung findet im Rahmen der Multiplikator*innenschulung 2027 in Wetzlar (Hessen) statt.
Zwischen beiden Kursphasen liegt eine einjährige Praxisphase, in der das Nachweisverfahren in eigener Praxis mit Jugendlichen durchgeführt und ausgewertet wird. Die Referent*innen stehen auch in dieser Zeit als Ansprechpersonen zur Verfügung und begleiten euch in eurem Prozess. Nach erfolgreichem Abschluss wird ein bundesweit anerkanntes Zertifikat zum*zur Kompetenznachweis-Kultur-Berater*in mit der Lizenz zur Vergabe des Kompetenznachweises Kultur ausgestellt.
Der Kompetenznachweis Kultur ist eine praktische und sinnvolle Ergänzung bei der Entwicklung eines eigenen Schutzkonzeptes von Amateurbühnen. Angehende Berater*innen können sich mit diesem Lehrgang tatkräftig und qualifiziert in die Umsetzung einbringen.
Simon Isser (Offenbach am Main) Der gelernte Betriebswirt und Theaterpädagoge ist Vorsitzender des Offenbacher Theaterclubs ELMAR e. V. und vertritt den BDAT als Mitglied im Beirat für das „Recht auf Spiel“ des Deutschen Kinderhilfswerks. Seit 2016 ist Simon Isser BDAT-Präsident und seit vielen Jahren Mitglied im Bundesarbeitskreis Kinder- und Jugendtheater. Seit 2006 ist er Berater für den Kompetenznachweis Kultur, seit 2020 Fortbildungsbeauftragter für den KNK. In seinen theaterpädagogischen Projekten wirkt er auf internationalen Festivals, im Mehrgenerationentheater einer lokalen Kirchengemeinde oder beim Märchentheater seines Heimatvereins.
Babette Ulmer ist gelernte Kulturanthropologin, künstlerische Leiterin von Stage Divers(e) – Forum für JugendTheaterKultur e. V., Mitglied des Bundesarbeitskreises Kinder- und Jugendtheater, seit 2021 Vizepräsidentin des Landesverbands Amateurtheater Baden-Würtemberg und Mitglied des Sprecherrates des Netzwerkes Kultur in Esslingen. Der Kompetenznachweis Kultur ist für sie eine Herzensangelegenheit, da es ihr bei allem Wirken um transkulturelle und inklusive Kulturarbeit geht: lokal und global, international oder direkt vor der Haustür. Das Ziel: Junge Menschen sollen sich erkannt fühlen und erkannt werden.
Dieser Kurs wird gefördert durch den Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg e. V.
KURS 4: FAK - First aid kit (EHBO kit / Erste Hilfe Koffer)
Sie wussten, dass Erste-Hilfe-Kästen ein Verfallsdatum haben? Aber wissen Sie auch, wie viele Erste-Hilfe-Kästen jedes Jahr in der EU verfallen? In Slowenien sind es etwa 300.000, in Deutschland sogar Millionen. Einer der Hauptbestandteile des Kastens ist Gaze – ein Material, das aus der Region Gaza stammt, wo es heute Mangelware ist. Diese Widersprüche und abgelaufene Erste-Hilfe-Kästen sind das Material unseres Workshops.
Mit Mitteln des Improvisations-, Puppen- und Objekttheaters setzen wir uns mit Themen wie Krieg, Frieden und Mitgefühl auseinander. Die Teilnehmer*innen schaffen einen Raum der Kreativität, der Brücken zwischen den Kulturen baut und zum Nachdenken über die Zukunft der globalen Verbundenheit anregt. Sie gestalten aus abgelaufenen Erste-Hilfe-Kästen eine sozial engagierte öffentliche Präsentation. Das FAK-Projekt verbindet Kunst, Recycling und soziale Verantwortung und schafft Raum für innovative, umweltbewusste und engagierte Kreativität in der Gemeinschaft.
Tatjana Peršuh (SI) ist eine professionelle Theaterregisseurin. Sie studierte an der Akademie für Theater, Radio, Film und Fernsehen (AGRFT) in Ljubljana, Slowenien. Als Regisseurin arbeitet sie an staatlichen Theatern (SNG Nova Gorica, SNG Drama Ljubljana, LGM, LGL), in Projekten der freien Szene Sloweniens (Gledališče Glej, PerArtem, Delak, Zavod 0.1*) und ist darüber hinaus als Theaterautorin eigener Texte und Übertragungen aktiv. Tatjana Peršuh ist künstlerische Leiterin der Theaterschule des Ersten Gymnasiums Maribor und Mentorin verschiedener Jugendtheaterprogramme, -projekte und -gruppen (ŠtudenTeater, Theaterschule PGM, G2G). Außerdem ist sie die Entwicklerin der Projektidee FAK.
Tadej Pišek (SI) ist Schauspieler (Akademie für Theater, Radio, Film und Fernsehen, Ljubljana). Er begann seine Schauspielkarriere an staatlichen und freien Theatern, wo er ein außergewöhnlich breites Spektrum an schauspielerischen und puppenspielerischen Fähigkeiten entwickelte. Er arbeitet auch als Regisseur und Autor, und zu seinen Arbeiten gehören zahlreiche Zeichentrickfilm-Synchronisationen, Hörspiele und originelle Theaterprojekte. Einen besonderen Platz in seinem Schaffen nehmen Kreationen für Kinder und Jugendliche ein.
Dieser Kurs findet in englischer Sprache statt.
KURS 5: Kinderworkshop
Ah! Deine Eltern machen Theater? Und du fragst dich: Was soll der ganze Zirkus?
Wir schauen hinter die Kulissen! Wir beobachten, wir fragen, wir probieren aus. Wir sammeln Wörter, Übungen, Stimmungen, Bewegungen, Szenen und alles, was uns interessiert. Und ganz nebenbei machen wir selbst eine Menge Theater.
Katja Haße macht schon lange Amateurtheater und Vereinsarbeit bei Stage Divers(e) – Forum für JugendTheaterKultur e.V. Wichtig ist ihr, einen Raum zu schaffen, in dem sich alle ausprobieren können. So können Teilnehmende ihr Selbstbewusstsein stärken, ihrer Kreativität freien Lauf lassen und ihre eigene Gestaltungskraft erleben. Nach Möglichkeit nutzt Katja verschiedene Methoden und Medien. Zum Beispiel verbindet sie ihre Freude am Tanzen gerne mit ihrer Theaterarbeit.
Dieser Kurs findet mit Unterstützung von Stage Divers(e) – Forum JugendTheaterKultur e. V. statt.
Schutzkonzept
Durch meine Teilnahme verpflichte ich mich zur Einhaltung des Verhaltenskodex zu unserer Veranstaltung.
Muplischu-Verhaltenskodex:
Die Multiplikator*innenschulung (Muplischu) setzt sich für eine Atmosphäre der Inklusion und Toleranz ein. Ein rücksichtsvoller und respektvoller Umgang miteinander ist uns wichtig.
Wir lehnen jede Form von Diskriminierung ab und setzen uns dafür ein, ein Umfeld zu kreieren, in dem jede*r positive Erfahrungen machen kann. Dies gilt für jede*n und in allen Muplischu-Räumen. Die Respekt-Charta ist dafür die Grundlage.
Physisch oder verbal übergriffiges Verhalten jeglicher Art wird nicht toleriert.
Zum Beispiel: unangemessene Kommentare, rassistische oder sexistische Beleidigungen, Einschüchterungen, „Zuquatschen“, unerwünschter Körperkontakt bis hin zu körperlicher Gewalt.
Wir dulden keine Form von Belästigung. Persönliche Grenzen sind zu respektieren. Bitte denkt dabei daran, dass zu enge körperliche Nähe für Menschen als belästigend empfunden werden kann. Zur Orientierung: Die übliche Distanz für persönliche Gespräche ist mindestens eine Armlänge.
Wenn du ein Anliegen hast, belästigt oder Zeug*in einer Belästigung wirst, wende dich bitte an das Muplischu-Team vor Ort. Wir respektieren Vertraulichkeit.
AWARENESS // ACHTSAMKEIT: Während aller Veranstaltungen der Muplischu (von 8.00-24.00 Uhr) ist unsere Welcome & Awareness-Rufnummer erreichbar: 0177 2393 450
Unsere Awareness-Zentrale erkennst Du an der lila Beach-Flag. Hier kannst Du immer herkommen, wenn Du Ruhe brauchst oder Hilfe benötigst.
Du erkennst das Awareness-Team an den lila Warnwesten. Das Team ist auch im Kontakt mit ein*er Ersthelfer*in.
Das Awareness-Team ist da für dich in Situationen, in denen
- du das Gefühl hast, dir ist etwas zu viel,
- du selbst nicht einschreiten möchtest oder kannst,
- du dich aus irgendeinem Grund unwohl fühlst,
- jemand dich respektlos behandelt,
- jemand dich oder andere diskriminiert, z.B. rassistisch ist, dich sexuell belästigt, verbal oder körperlich übergriffig ist.
Du kannst dich auch noch in den Tagen nach der Muplischu via E-Mail an schutzkonzept@bdat.info wenden. Wir arbeiten vertraulich und immer in Absprache mit der (den) betroffenen Person(en), deren Grenzen überschritten wurde(n).
Informationen
Die Seminarveranstaltungen orientieren sich an den Richtlinien des Fortbildungsprogramms des BDAT. Diese Fortbildung Amateurtheater ist durch den Bundesverband Theaterpädagogik (BuT®) als empfohlenes Fortbildungskonzept anerkannt worden.
Teilnahmegebühr:
- Schüler*innen/Student*innen: 160,00 €
- erwachsene Mitglieder BDAT: 180,00 €
- Nicht-BDAT-Mitglieder: 230,00 €
Die Teilnehmer*innen erhalten:
- freie Gemeinschaftsverpflegung von Donnerstagabend bis Sonntagmittag.
- freie Gemeinschaftsunterkunft in Mehrbettzimmern von Donnerstag bis Sonntag.
- Handtücher müssen selbst mitgebracht werden, können aber auch vor Ort gemietet
werden.
- Bettwäsche wird zur Verfügung gestellt.
Hinweis: Falls ihr wider Erwarten doch nicht an der Veranstaltung teilnehmen könnt, könnt ihr eine*n Ersatzteilnehmer*in aus eurem Verband oder eurer Organisation entsenden. Die Teilnahmegebühr kann bei Verhinderung leider nicht zurückgezahlt werden.
Hinweis zu Assistenzbedarf: Der BDAT versucht, seine Angebote barrierearm und für alle zugänglich zu gestalten. Wir möchten, dass alle Interessierten unabhängig von ihrer persönlichen Situation teilnehmen können. Bitte helft uns dabei und lasst uns wissen, welchen Assistenzbedarf ihr habt. Vielen Dank!
Teilnahmevoraussetzungen:
- Teilnehmer*innen sollen Multiplikator*innen sein.
- Pro Theatergruppe können sich bis zu 4 Personen anmelden, Mindestalter: 16 Jahre
- Jugendliche (bis 27 Jahre) werden nach Bewerbungslage bevorzugt berücksichtigt.
- Melden sich für eine Werkstatt zu wenig Teilnehmer*innen, kann der BDAT diesen Kurs vom Programm absetzen. Hierbei werden die Interessenten einem anderen Kurs zugeteilt.
- Die Kursbestätigung des BDAT ist verbindlich.
- Die Teilnehmer*innen verpflichten sich mit der Anmeldung von Anfang bis Ende an den Kursen teilzunehmen.
- Wichtig! Erst die termingerechte Überweisung der Teilnahmegebühr gilt als verbindliche Anmeldung, bei Überbuchung der Kurse gilt das Datum der Überweisung.
Hinweis: Diese Ausschreibung erfolgt unter Vorbehalt der tatsächlichen Fördermittelbewilligung für die Veranstaltung.
Anmeldeschluss: 15. März 2026