Drama in Education Conference 2025

Passion und Vision im internationalen Austausch

Alle zwei Jahre in der Woche vor Ostern heißt es „Drama in Education“. Der internationale Kongress, veranstaltet von der Internationalen Drama in Education Association Austria (IDEA Austria), findet dann traditionell in Österreich statt. Dieses Jahr das zweite Mal in Retz, Niederösterreich. Theatervermittler*innen und Lehrer*innen aus verschiedenen Ländern kommen hier zur gemeinsamen Fortbildung zusammen. Das spannende am Konzept: Es gibt viele Workshops und die Teilnehmenden rotieren, jeden Tag unterrichtet ein*e andere*r Workshopleiter*in.

Los ging es gleich mit einer großen Irritation: die „Love Work Machine“. In Kleingruppen saßen die Teilnehmenden im Raum verteilt, jede Gruppe bestückt mit einem iPad. Kein*e Spielleiter*in, keine Erklärung: Die KI auf dem Monitor übernahm das Kommando und konfrontierte die Gruppen mit Fragen zu ihrer Gesellschaftsvision, zur zukünftigen Arbeits- und Berufswelt und ihrer eigenen Identität. Gar nicht so einfach, wenn die KI Deutsch spricht und die Kleingruppe schnell ins international verständlichere Englisch übersetzen muss. Es wurde getippt, gespielt und ein bisschen gebattelt. Am Ende übernahm die KI vollends das Kommando und präsentierte Zukunftsvisionen, Musikgeschmack und veränderte Stück für Stück den Avatar der Gruppe. Bei der anschließenden Diskussion wurde es dann klar: Es handelt sich um ein Tool, um Schulklassen mit den Möglichkeiten der KI zu konfrontieren und Diskussionen im Unterricht anzustoßen. Alles aus einer Zeit von vor zwei oder drei Jahren, als die KI noch nicht omnipräsent war auf allen mobilen Endgeräten in den Hosentaschen der Menschheit. Eine Vision?

Weiter ging es dann ganz klassisch. Theaterlehrer*innen aus verschiedenen Ländern präsentierten ihre Methoden: von der szenischen Arbeit mit traditionellen afrikanischen Sagen und Märchen über „Process Drama“ und die Auseinandersetzung mit „Fake News“, chorisches Arbeiten und inklusive Methoden bis hin zum Umsetzen gesellschaftlicher Problemstellungen in theatralen Gruppenspielen. Ein Kaleidoskop an „Drama in Education“-Methoden für verschiedene Altersgruppen. Abgerundet durch gemeinsame Warm-Ups am Morgen, Vorträge am Abend und so manche improvisierte Gruppensession wie das gemeinsame Yoga und den internationalen Austausch an der „Drama Bar“. Ein Kongress mit vielen Facetten und Einblicken, der in zwei Jahren noch mehr Teilnehmer*innen vertragen kann. Eine Passion!

Foto: Simon Isser
Foto: IDEA Austria
Foto: Simon Isser
Foto: IDEA Austria