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Tref­fen der Ver­bän­de: Ama­teur­thea­ter­de­bat­ten im BDAT // Ver­net­zung, Fort­bil­dung, Öffent­lich­keits­ar­beit, Digi­ta­li­sie­rung


Foto: Carina Ibsch

// Berlin, 5. März 2020

Am Wochen­en­de vom 29.Februar bis 1. März 2020 tra­fen sich die Mit­glieds­ver­bän­de des Bund Deut­scher Ama­teur­thea­ter (BDAT) im Jugend­kul­tur­zen­trum „Pumpe“ in Berlin. Rund 70 Teil­neh­men­de bil­de­ten sich fort und betei­lig­ten sich an inhalt­li­chen Debat­ten im Kon­text von Fort­bil­dung, Öffent­lich­keits­ar­beit, Ver­net­zung, Wis­sen­schaft und Ama­teur­thea­ter. Bereits am Frei­tag traf sich das Bun­des­prä­si­di­um des BDAT zur Vor­be­rei­tung des Tref­fens der Ver­bän­de und dis­ku­tier­te aktu­el­le Ver­bands­the­men sowie die Pla­nung kom­men­der Ver­an­stal­tun­gen. Für zwei Gre­mi­en stand die erneu­te Beru­fung amtie­ren­der Mit­glie­der auf der Tages­ord­nung. Mit Christian Schrö­ter, Micha­el Arnold und Hannah-Sofie Schä­fer für den Bun­des­ar­beits­kreis Kinder- und Jugend­thea­ter sowie Lutz Schnoor für den Bun­des­ar­beits­kreis Mund­art und Spra­chen, set­zen alle Kandidat*innen ihr Enga­ge­ment fort.

Thema Öffent­lich­keits­ar­beit

Am Sams­tag teil­te sich die Tagung in ver­schie­de­ne Inter­es­sen­ge­bie­te auf. Bei den Öffentlichkeitsreferent*innen stan­den recht­li­che The­men im Fokus. Der Refe­rent und Fach­an­walt Dr. Ste­fan Haupt klär­te über Aspek­te des Internet- und Medi­en­rechts auf, beant­wor­te­te Fra­gen und mach­te an Fall­bei­spie­len deut­lich, wie Öffent­lich­keits­ar­beit rechts­kon­form gestal­tet wer­den kann. Im wei­te­ren Ver­lauf kam es zum Aus­tausch über Fra­ge­stel­lun­gen, Pro­blem­la­gen, Hand­lungs­be­dar­fe und neue Kon­zep­te in der Öffent­lich­keits­ar­beit. Kon­tro­vers wur­den neue Medi­en wie Insta­gram, Twit­ter oder Face­book dis­ku­tiert. Ein Fazit war, dass der per­sön­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­on viel Wert bei­gemes­sen wird und die Home­page der­zeit das zen­tra­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­stru­ment der Ver­bän­de ist.

Thema Fort­bil­dung

Die Künst­le­ri­schen Leiter*innen beschäf­tig­ten sich in die­sem Jahr mit der Eva­lu­ie­rung des Rah­men­fort­bil­dungs­pro­gramms des BDAT. Die 18 Mit­glieds­ver­bän­de des BDAT gaben in Form eines Fra­ge­bo­gens Feed­back, was bei ihren Fort­bil­dungs­an­ge­bo­ten vor Ort gut läuft oder ver­bes­sert wer­den könn­te, und wie die Anbin­dung an das bun­des­wei­te BuT-zertifizierte Pro­gramm des BDAT auf­ge­nom­men wird.

Ver­schie­de­ne The­men wur­den eva­lu­iert – von der Bear­bei­tung von Tei­len der eige­nen Rah­men­richt­li­ni­en bis hin zur Digi­ta­li­sie­rung ein­zel­ner Fort­bil­dungs­an­ge­bo­te. In Koope­ra­ti­on mit sei­nen Mit­glieds­ver­bän­den wird der BDAT in den nächs­ten Mona­ten an der Umset­zung ein­zel­ner Aspek­te arbei­ten, um das Fort­bil­dungs­pro­gramm für alle Ama­teur­thea­ter im Bun­des­ge­biet wei­ter­hin attrak­tiv zu gestal­ten.

Thema Mit­glie­der­ge­win­nung

Beim anschlie­ßen­den Tref­fen der Ver­bän­de mit Vertreter*innen aller Inter­es­sens­ge­bie­te stan­den Work­shops zum Thema Mitglieder- und Nach­wuchs­ge­win­nung im Fokus. Bun­ter, offe­ner, fle­xi­bler soll­te die Verbands- und Vor­stands­ar­beit umge­setzt wer­den, lau­te­te ein Credo.

Thema Ama­teur­thea­ter und Wis­sen­schaft

Abschlie­ßend wurde am Sams­tag das For­schungs­pro­jekt „Frem­de spie­len. Ama­teur­thea­ter als Medi­um infor­mel­ler und non-formaler trans­kul­tu­rel­ler Bil­dung“ des Cent­re of Com­pe­tence for Thea­t­re (CCT) der Uni­ver­si­tät Leip­zig von Prof. em. Dr. Gün­ther Heeg, Hen­ri­ke Schmidt, Hele­na Wölfl und Ste­phan Schnell (BDAT/CCT) vor­ge­stellt. Ob und wie Ama­teur­thea­ter in der heu­ti­gen Zeit als Ver­mitt­ler trans­kul­tu­rel­ler Bil­dungs­ar­beit agie­ren kann und wel­che his­to­ri­schen Mus­ter und Prak­ti­ken im Ver­hält­nis vom Eige­nen zum Frem­den zu Ergeb­nis­sen füh­ren, wurde zum einen im Über­blick über den For­schungs­pro­zess und zum ande­ren anhand von ein­zel­nen his­to­ri­schen Bei­spie­len vor­ge­stellt.

Infor­ma­ti­on und Aus­tausch

Am Sonn­tag fand der „Tagungs-Marathon“ unter der Lei­tung von BDAT Prä­si­dent Simon Isser sei­nen Abschluss. Das Prä­si­di­um und die Geschäfts­stel­le infor­mier­ten über aktu­el­le Pro­jek­te. Anschlie­ßend stell­ten die Dele­gier­ten der Mit­glieds­ver­bän­de Ent­wick­lun­gen, Bau­stel­len und Ziele ihrer Arbeit vor. Es wurde auf lau­fen­de und kom­men­de Akti­vi­tä­ten sowie auf Bewerbungs- und Anmel­de­fris­ten hin­ge­wie­sen. Nach reich­li­chen Infor­ma­tio­nen, Work­shops, Debat­ten und Zusam­men­künf­ten kön­nen die vie­len Impul­se und Anre­gun­gen jetzt zur Wei­ter­ent­wick­lung der Ver­bands­ar­beit auf Bundes- und Lan­des­ebe­ne genutzt wer­den. Zu Gast bei die­sem Tref­fen war auch Vla­dys­la­va Belo­so­ren­ko, Prä­si­den­tin des im letz­ten Jahr gegrün­de­ten Ver­ban­des „Unab­hän­gi­ges Thea­ter in der Ukrai­ne“. Sie berich­te­te über ihre Arbeit sowie über Ama­teur­thea­ter­struk­tu­ren in ihrem Land, mög­li­che Koope­ra­tio­nen mit dem BDAT und den Aus­tausch mit Thea­ter­grup­pen aus Deutsch­land.

Besuch des BDAT-Archivs

Auf gro­ßes Inter­es­se stieß auch das zusätz­li­che Ange­bot einer Füh­rung mit Reet Schmidt durch das Archiv in der Geschäfts­stel­le des BDAT. Hier wer­den Doku­men­te und Mate­ria­li­en zu der über 125-jährigen Geschich­te des orga­ni­sier­ten deut­schen Ama­teur­thea­ters gesam­melt, die seit 2014 auch archi­visch erschlos­sen wer­den. Die Auf­be­rei­tung des Archivs und der ein­zel­nen Bestän­de fand bei der Besich­ti­gung große Wert­schät­zung.

Pro­jekt Land­luft 2.0 setzt auf Ver­net­zung

Par­al­lel zu den diver­sen Ver­bands­mee­tings tra­fen sich an die­sem Wochen­en­de acht Projektteilnehmer*innen der BDAT-Förderinitiative Land­luft 2.0, um sich über ihre Pro­jek­te, die damit ver­bun­de­nen Her­aus­for­de­run­gen und Lösungs­stra­te­gi­en aus­zu­tau­schen. Mode­riert wurde das Tref­fen von der Kul­tur­wis­sen­schaft­le­rin Caro­li­ne Krä­mer. Für die Teil­neh­men­den stan­den die The­men Ver­net­zung und Öffent­lich­keits­ar­beit im Zen­trum. Bemer­kens­wert waren die unter­schied­li­chen Ansät­ze, die es benö­tigt, um Ama­teur­thea­ter­pro­jek­te in länd­li­chen Räu­men zu ver­an­kern. Die Akteur*innen konn­ten sich hier­zu nicht nur vor Ort aus­tau­schen, son­dern wer­den ihre Erfah­rungs­wer­te auch online fest­hal­ten: www.landluftzweipunktnull.de

 

Carina Ibsch / Katrin Kellermann