Schwer­punkt­the­ma 2021

Diver­si­tät // Ras­sis­mus und Geschlechtergerechtigkeit

// Berlin, August  2021 //

„Es ist anstren­gend: zuhö­ren, zusam­men­ar­bei­ten, verstehen!“
„Jeder darf Kunst pro­du­zie­ren und auch zeigen!“
„Es geht darum, den Men­schen zu erkennen!“
„Es gibt kein Muss, außer Menschlichkeit!“ *

Die Debat­te zu Diver­si­tät ist in Kunst, Kul­tur, Poli­tik und Gesell­schaft in vol­lem Gange.

Als Thea­ter­ver­band möch­ten wir uns dazu ein­brin­gen und mit unse­ren Mit­glieds­ver­bän­den und Mit­glieds­büh­nen über fol­gen­de Fra­gen in den Aus­tausch kommen:

  • Was bedeu­tet Diver­si­tät für uns als Thea­ter­ver­band, als Mit­glieds­büh­ne, als Theaterakteur*in?
  • Wie offen sind wir für mehr Diver­si­tät in unse­ren Strukturen?
  • Wel­che struk­tu­rel­len Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten kön­nen wir nutzen?
  • Wo kön­nen wir Ver­än­de­rungs­pro­zes­se in Gang setzen?
  • Wie kön­nen wir unser Credo eines „Thea­ter für und mit alle(n) Men­schen“ gestalten?

Anders als unser Jah­res­the­ma 2020 „Dar­stel­len­de Küns­te und Digi­ta­li­sie­rung“ betrach­ten wir diese Debat­te nicht als Jah­res­the­ma, son­dern als Schwer­punkt­the­ma, mit dem wir 2021 begon­nen haben und das in den kom­men­den Jah­ren wei­ter ein Fokus unse­rer Ver­bands­ar­beit sein soll.

Vor­be­rei­tend hatte der BDAT im März zu einem ers­ten digi­ta­len Werk­statt­ge­spräch (Zoom) ein­ge­la­den. Betei­ligt waren Vertreter*innen aus dem Prä­si­di­um, der Geschäfts­stel­le des BDAT, aus Mit­glieds­ver­bän­den und Mit­glieds­büh­nen. Für die Mode­ra­ti­on und Beglei­tung des ers­ten Gesprä­ches hatte sich der BDAT Expert*innen mit ins Boot geholt. Edmund Greve (Poli­ti­scher Refe­rent Migra­ti­ons­rat Berlin) und Tanyıl­maz Tuğba (Poli­ti­sche Refe­ren­tin Migra­ti­ons­rat Berlin) mode­rier­ten diese Ein­stiegs­ver­an­stal­tung. Eine wich­ti­ge Erkennt­nis dar­aus war, Diver­si­tät nicht als Defi­ni­ti­on son­dern viel­mehr als Pro­zess zu ver­ste­hen. -Die­ser braucht Men­schen, für die es ein wich­ti­ges Anlie­gen ist, alle mit ihrer Indi­vi­dua­li­tät zu sehen und mitzunehmen,

Mit Manue­la Ritz (Teame­rin gegen Dis­kri­mi­nie­rung und für macht­kri­ti­sche Diver­si­tät) hat der BDAT eine Pro­zess­be­glei­te­rin gewin­nen kön­nen, die unse­ren Ver­band hier­zu bera­tend und beglei­tend unter­stützt. Neben wei­te­ren Werk­statt­tref­fen hat der BDAT – zunächst auf Geschäfts­stel­len­ebe­ne – einen Diver­si­täts­ent­wick­lungs­pro­zess begon­nen. Teil davon ist unse­re neue Kol­le­gin Selen Şahin­ter, die als „Assis­tenz Diver­si­täts­ent­wick­lung“ den Pro­zess beim BDAT bis zum Ende des Jah­res admi­nis­tra­tiv und koor­di­nie­rend unterstützt.

The­men­ori­en­tier­te digi­ta­le Work­shop­an­ge­bo­te (Zoom) sol­len noch in der zwei­ten Jah­res­hälf­te 2021 Impul­se in alle Ver­bands­ebe­nen geben. Es geht uns u. a. darum, Dis­kri­mi­nie­run­gen, Aus­schlüs­se, Benach­tei­li­gun­gen und Bedürf­nis­se von Men­schen zu erkennen.

Die gewähl­ten Schwer­punk­te „Ras­sis­mus und Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit“ bedür­fen einer per­sön­li­chen Annä­he­rung und Aus­ein­an­der­set­zung mit (eige­nen) Pri­vi­le­gi­en, Macht und Dis­kri­mi­nie­rung. Ziel ist es, unse­re Verbands- und Büh­nen­struk­tu­ren, unse­re Kom­mu­ni­ka­ti­on und unser Han­deln im Ama­teur­thea­ter diver­si­täts­of­fe­ner zu gestal­ten. Zum Ende des Jah­res wol­len wir hier­zu Bei­trä­ge, State­ments, Debat­ten und hilf­rei­che Infor­ma­tio­nen ver­öf­fent­li­chen oder ver­lin­ken. Auch in unse­rem Jah­res­ma­ga­zin „Spiel und Bühne“ wird das Thema im Fokus stehen.

Ein Bau­stein inner­halb unse­res Jah­res­schwer­punk­tes war im Juni das Sym­po­si­um im Rah­men des inter­na­tio­na­len Fes­ti­vals THEA­TER­WEL­TEN. Unter dem Titel „Männ­lich­keits­bil­der im (Amateur)theater“ konn­ten die Teilnehmer*innen mit Theatermacher*innen aus der gan­zen Welt, beglei­tet von künst­le­ri­schen Inter­ven­tio­nen, diskutieren.

Aus­ge­hend von die­sen ers­ten Schrit­ten möch­ten wir zum Thema Diver­si­tät auch mit unse­ren Mit­glieds­büh­nen ins Gespräch kom­men, denn: Wir (als Thea­ter­ge­mein­schaft) möch­ten mehr Men­schen für das Ama­teur­thea­ter – als Akteur*innen auf und hin­ter der Bühne, aber auch als Verantwortungsträger*innen in unse­ren ehren­amt­li­chen Struk­tu­ren gewin­nen. Wir möch­ten Per­spek­ti­ven von Men­schen Raum geben, die bis­her noch nicht den Weg zu uns gefun­den haben, neue Impul­se auf­neh­men und das Ama­teur­thea­ter künst­le­risch wei­ter ent­wi­ckeln. Das und vie­les mehr wol­len wir anstoßen…

Infor­ma­tio­nen / Kon­takt: BDAT, Selen Şahin­ter, E-Mail: diversity@bdat.info

Vor­ge­stellt:


Foto Andy van Kaa

Manue­la Ritz
Schwar­ze deut­sche Mut­ter, Dipl.-Sozialpädagogin, Teame­rin, Coa­chin und Autorin.
Seit zwei Jahr­zehn­ten bin ich in der poli­ti­schen Bil­dungs­ar­beit gegen Dis­kri­mi­nie­rung und für macht­kri­ti­sche Diver­si­fi­zie­rung tätig. Meine Schwer­punk­te sind Adul­tis­mus, Anti-Rassismus und Empower­ment für Men­schen mit Rassismus-Erfahrungen sowie die The­ma­ti­sie­rung des Macht­ver­hält­nis­ses zwi­schen Ost- und Westdeutschland.

 

Auf dem Foto zu sehen: Selen Sahinter

Selen Şahin­ter
Ich bin in Berlin gebo­ren und lebe seit mei­ner Kind­heit abwech­selnd in Deutsch­land, Spa­ni­en und in der Tür­kei. Der­zeit stu­die­re ich an der FU Berlin Rechts­wis­sen­schaf­ten. Es ist mir wich­tig, dass The­men wie Gen­der Equa­li­ty, Frau­en­rech­te, Ras­sis­mus, LGBT­QI+ Rech­te etc. ange­spro­chen und the­ma­ti­siert wer­den. Als Assis­tenz Diver­si­täts­ent­wick­lung beim BDAT war mir von Anfang an klar, dass ich einen Unter­schied machen kann!

*Die oben genann­ten Zita­te stam­men aus der ers­ten Redaktions-Sitzung des BDAT zum Thema Diver­si­tät 2021.

Info & Kontakt:

Bund Deutscher Amateurtheater e. V.
Katrin Kellermann
Öffentlichkeitsreferentin
Lützowplatz 9 // 10785 Berlin

Fon 030 263 985 9-16
Fax 030 263 985 9-19

kellermann@bdat.info
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