amarena

Inno­va­ti­ons­för­de­rung 2019

Im Jahr 2019 wurde zum ers­ten Mal die amarena Inno­va­ti­ons­för­de­rung 2019 mit einem the­ma­ti­schen Schwer­punkt zu „Diver­si­tät und Viel­falt im Ama­teur­thea­ter“ aus­ge­schrie­ben. Bewer­ben konn­ten sich Theater-, Tanz und Per­for­mance­pro­jek­te, die neue Praxis- und Akti­ons­for­men im Ama­teur­thea­ter erpro­ben. Gesucht waren Pro­jek­te, die eine Viel­falt unse­rer Gesell­schaft als Anstoß neh­men, um genera­ti­ons­über­grei­fen­des Thea­ter zu initi­ie­ren, beson­de­re Ziel­grup­pen anzu­spre­chen, Koope­ra­ti­ons­mo­del­le zu ent­wi­ckeln, Thea­ter an ande­ren Orten aus­zu­pro­bie­ren oder künst­le­ri­sche Expe­ri­men­te zu wagen. Ins­be­son­de­re inter­kul­tu­rel­le Begeg­nun­gen, Geschlech­ter­fra­gen, Alter, reli­giö­se Welt­an­schau­ung und Pro­jek­te zur Rassismus-Prävention waren gesucht. Aus 25 Bewer­bun­gen wähl­te das amarena Kura­to­ri­um ins­ge­samt drei Pro­jek­te für eine För­de­rung aus. In einem Aus­wahl­kom­men­tar stellt das Kura­to­ri­um sei­nen Ent­schei­dungs­pro­zess dar.

down­load pdf // Auswahl-Begründung des amarena-Kuratoriums

CITY OF FAITH // Sommerblut Kulturfestival e.V.

Die Stück­ent­wick­lung mit dem Titel „CITY OF FAITH“ des Som­mer­blut Kul­tur­fes­ti­val e.V. bringt Men­schen unter­schied­li­cher Kul­tu­ren und Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten aus dem Köl­ner Stadt­teil Chor­wei­ler zusam­men, um sich thea­tral mit der Begeg­nung ver­schie­dens­ter Reli­gio­nen auf dem engen Raum der Hoch­haus­sied­lung zu beschäf­ti­gen. Hier­bei sol­len Pro­ble­me und Kon­flik­te, aber auch Chan­cen und Mög­lich­kei­ten des inter­re­li­giö­sen Zusam­men­le­bens in Zei­ten der Glo­ba­li­sie­rung künst­le­risch ver­han­delt und einem brei­ten Publi­kum zugäng­lich gemacht wer­den. Das Kura­to­ri­um schätzt die kul­tu­rel­le Viel­falt und den par­ti­zi­pa­ti­ven Ansatz des Pro­jek­tes in einem wirt­schaft­lich schwä­che­ren Vier­tel und begrüßt das Anlie­gen, einen respekt­vol­len Umgang zwi­schen den Glau­bens­ge­mein­schaf­ten zu bestär­ken. Fer­ner über­zeu­gen die inten­si­ve Ver­net­zung des Som­mer­blut Kul­tur­fes­ti­val e.V. mit den Trä­gern der unter­schied­li­chen Gemein­den sowie die klar geschil­der­ten Pro­jekt­vor­ha­ben das Kura­to­ri­um von der Ernst­haf­tig­keit des Pro­jek­tes, wes­halb es sich für eine För­de­rung ausspricht.

David „Ari“ Nadkarni (amarena Kuratoriumsmitglied)

Die Pre­mie­re von CITY OF FAITH war am 30. Mai 2019 in der Frei­en Wal­dorf­schu­le Köln.

„Creative SuperLab“ // Kulturhaus Osterfeld e.V. in Kooperation mit der Jugendbegegnung und Bildungsstätte Kupferdächle (Baden-Württemberg // Pforzheim)

Ein bestehen­des star­kes Netz­werk ver­schie­de­ner Akteu­re will mit die­sem Pro­jekt Jugend­li­che ermu­ti­gen, ihre Stadt Pforz­heim – die gele­gent­lich als „häss­lichs­te Stadt Baden Würt­tem­bergs“ bezeich­net wird – mit künst­le­ri­schen Mit­teln wie Foto­gra­fie, Sound­col­la­ge oder Street Art neu zu ent­de­cken und ihre Ein­drü­cke und Ergeb­nis­se zu einem eige­nen Thea­ter­er­leb­nis zu ver­ar­bei­ten. Die Abschlussprä­sen­ta­ti­on soll in einem Leer­stand in der Innen­stadt Pforz­heims statt­fin­den und in direk­tem Kon­text zum Pro­jekt ste­hen, um das klas­si­sche Bild von Thea­ter als Bühne mit rotem Vor­hang zu erweitern.

Der Antrag des Kul­tur­haus Oster­feld e.V. in Koope­ra­ti­on mit der Jugend­be­geg­nung und Bil­dungs­stät­te Kup­fer­däch­le in Pforz­heim über­zeugt durch seine Leben­dig­keit, Lei­den­schaft und Krea­ti­vi­tät. Die Koope­ra­ti­ons­part­ner bezie­hen die Jugend­li­chen in alle Berei­che aktiv ein und geben ihnen so die Mög­lich­keit, Neues aus­zu­pro­bie­ren und sich per­sön­lich, krea­tiv und indi­vi­du­ell ohne Leis­tungs­druck weiterzuentwickeln.

Manuela Morlok (amarena Kuratoriumsmitglied)

Die Auf­füh­rungs­ter­mi­ne waren der 5./6./12. und 13.7.2019.

„Nadeschda heißt Hoffnung“ // dokumentartheater berlin

Das Pro­jekt „Nadesch­da heißt Hoff­nung“ des doku­men­tar­thea­ter berlin zeigt mit der Reise in die Ver­gan­gen­heit der 88-jährigen Zeit­zeu­gin des Zwei­ten Welt­krie­ges Nadesch­da Slessa­re­was Sta­tio­nen ihres Lebens – geleb­te Geschich­te! Das gesam­te Pro­jekt wird fil­misch beglei­tet und auf­ge­ar­bei­tet mit einem jun­gen Ensem­ble, in dem 20 Men­schen aus ver­schie­de­nen Län­dern, Berufs- und Alters­grup­pen, zusam­men­kom­men. Die Lebens­ge­schich­te wird doku­men­tiert und fest­ge­hal­ten durch Film, in sze­ni­scher Lesung und einem Thea­ter­stück, so dass es für die Nach­welt erhal­ten bleibt – zur Mah­nung und gegen das Vergessen!
Es wer­den die Kon­se­quen­zen gezeigt, die extre­me und popu­lis­ti­sche Bewe­gun­gen bewir­ken. Wohin so eine Bewe­gung führt, wird durch Nadesch­da, die selbst Opfer gleich zwei­er Dik­ta­tu­ren wurde, authen­tisch wiedergegeben.

Angela Kirchfeld (amarena Kuratoriumsmitglied)

Der Auf­füh­rungs­ter­min war der 07.12.2019 in der Alte Pumpe, Berlin.

Frank Grünert Kuratoriumsvorsitzender amarena / Vizepräsident BDAT / Vorsitzender Thüringer Theaterverband / Regisseur / Schauspieler
Anna Hertz Dozentin der LAG Theaterpädagogik Baden-Württemberg / Diplom-Schauspielerin
Angela Kirchfeld Freiberufliche Journalistin / Regisseurin
Manuela Morlok Kulturwissenschaftlerin und Theaterpädagogin am Volkstheater Rostock / Vorstandsmitglied im Landesverband Spiel & Theater Mecklenburg-Vorpommern
David ‚Ari‘ Nadkarni Theaterpädagoge / Sprecherzieher
Florian Schmidt Regisseur / Auftrags-Autor / Leiter der Altmühltal Bühne / Spielleiter
Dr. phil. Birte Werner Programmleiterin Darstellende Künste an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel / Dramaturgin
Isa Kathrin Edelhoff BKM, Referat für Musik, Darstellende Künste, Sonderbereiche (nicht stimmberechtigt)
Dominik Eichhorn BDAT-Bildungsreferent / Medienwissenschaftler / Theater- und Kulturvermittler / Regisseur (nicht stimmberechtigt)

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Melvin Neumann
amarena – Deutscher Amateurtheaterpreis
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