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BDAT-Blog

20. Jul // 2017

Trau­er um Dr. Peter Sel­bach

Ein Leben für die Kunst – der rich­ti­ge Mann zur rich­ti­gen Zeit am rich­ti­gen Ort

Nach­ruf zum Tode von Dr. Peter Sel­bach

Am 13. Juni 2017 ist der 10. Prä­si­dent des Bun­des Deut­scher Ama­teur­thea­ter (BDAT) im Alter von 75 Jah­ren ver­stor­ben. Dr. Peter Sel­bach wurde 1996 auf der Bun­des­ver­samm­lung des BDAT in Rosen­heim als Nach­fol­ger von Dr. Ernst Son­der­geld gewählt. Bereits nach einer Wahl­pe­ri­ode trat er nicht mehr zur Neu­wahl an, weil er auf­grund sei­ner beruf­li­chen Ver­pflich­tun­gen die Auf­ga­be zeit­li­ch nicht mehr aus­üben konn­te und wie er es selbst for­mu­lier­te „die ehren­amt­li­che Tätig­keit nicht sei­nen eige­nen Vor­stel­lun­gen und Ansprü­chen genü­gen würde“. Es war eine kurze, aber hef­ti­ge Amts­zeit, denn Dr. Sel­bach hat gemein­sam mit dem dama­li­gen neuen Geschäfts­füh­rer des Ver­ban­des Mar­kus Wild die finan­zi­el­len Unre­gel­mä­ßig­kei­ten und Ver­tu­schun­gen sei­nes Vor­gän­gers auf­ge­deckt und den Ver­band vor noch grö­ße­ren Schwie­rig­kei­ten bewahrt. Noch heute sitzt der Scho­ck bei allen Zeit­zeu­gen tief, als Dr. Sel­bach auf einer außer­or­dent­li­chen Mit­glie­der­ver­samm­lung 1997 in Fulda erklä­ren mus­s­te, dass erheb­li­che Ver­un­treu­un­gen von staat­li­chen För­der­mit­teln nach­weis­li­ch in der Geschäfts­stel­le des Ver­ban­des zu Tage getre­ten sind und dem BDAT in den nächs­ten Jah­ren hef­ti­ge Tur­bu­len­zen bevor­ste­hen wür­den. Dr. Peter Sel­bach war zu die­ser Zeit der rich­ti­ge Mann am rich­ti­gen Ort, denn durch seine beruf­li­che Tätig­keit und Posi­ti­on als zustän­di­ger Minis­te­ri­al­rat und Lei­ter des Refe­rats für Thea­ter, Fest­spie­le und Sozio­kul­tur im baden-württembergischen Minis­te­ri­um für Wis­sen­schaft , For­schung und Kunst, besaß er das Ver­trau­en der Poli­tik und der Behör­den. Nur durch die scho­nungs­lo­se Auf­de­ckung aller Unre­gel­mä­ßig­kei­ten und Ver­ge­hen konn­te sei­ner­zeit mit einem völ­li­gen Neu­an­fang begon­nen wer­den.

Die Grund­la­ge sei­nes Enga­ge­ments für den BDAT bil­de­te seine große per­sön­li­che Lei­den­schaft für Kunst und Thea­ter. Peter Sel­bach hat die Thea­ter­land­schaft in Deutsch­land als Orga­nis­mus viel­fäl­ti­ger Facet­ten bezeich­net, in dem die Ama­teu­re und Pro­fis syn­er­ge­ti­sch zusam­men­ar­bei­ten müs­sen. Seine ganz beson­de­re Nähe zum Ama­teur­thea­ter ergab sich aus der Ver­bun­den­heit mit sei­ner Hei­mat­büh­ne Volks­schau­spie­le Ötig­heim. Auf der gro­ßen Frei­licht­büh­ne hat er nicht nur zahl­rei­che Rol­len gespielt (u. a. Mephis­to in Goe­thes Faust), son­dern sich ganz beson­ders auch für die För­de­rung des Jugend­thea­ters ein­ge­setzt. Ich habe Peter Sel­bach als lei­den­schaft­li­chen Thea­ter­lieb­ha­ber aber auch als prag­ma­ti­sch und sys­te­ma­ti­sch den­ken­den Men­schen ken­nen­ge­lernt, der wäh­rend sei­ner Amts­zeit genaue Vor­stel­lun­gen von der Zukunft des Ver­ban­des und der Thea­ter­land­schaft ent­wi­ckelt hat. Er hat mit der Auf­de­ckung der finan­zi­el­len Unge­reimt­hei­ten und dem Auf­bre­chen ver­krus­te­ter Struk­tu­ren die Grund­la­ge gelegt für den spä­te­ren Neu­an­fang unse­res Ver­ban­des. Wir wer­den ihm ein ehren­des Andenken bewah­ren.

Für den BDAT

Norbert Rader­ma­cher, Ehren­prä­si­dent

 

  1. Juli 2017

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